Theater AG

2016 - Theater AG„Dornröschen? Was für ein abgespackter Name!“

Die Zehntscheuer am Freitagabend. Im Saal der Gemeindebücherei ist es stockdunkel. Der Spot fällt auf eine Holzbühne, die ins Publikum ragt. Darauf spielt sich Absurdes ab. Rotkäppchen hilft in einem Seniorenheim aus. Dornröschen wird zum Punk. Und die Königin macht Handyfotos von sich selbst. Smartphone, Smartphone, wer ist die Schönste im Land? Am Freitag und Samstag führte die Theater-AG der Theodor-Frank-Realschule in der Zehntscheuer das Stück „Ein Märchen aus unserer Zeit“ von Dagmar Pflug auf. Die Story:Vier Figuren aus den Märchen der Gebrüder Grimm lassen sich von der bösen Fee für vier Stunden ins 21. Jahrhundert beamen.

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Collage 01Zunächst lernt das naive Rotkäppchen (Leonie Rieker) den monotonen Alltag in einem Altersheim kennen. Bereits um 16 Uhr bringt sie die mit Medikamenten vollgepumpten Bewohner ins Bett Die Theater-AG der Theodor-Frank-Realschule führte das Stück „Ein Märchen aus unserer Zeit“ auf und betrinkt sich mit der Krankenschwester (Julia Fänger). Danach lernt das ebenso naive Dornröschen (Marlene Ehrler) eine Geld schnorrende Punkerin (Dora Winski) kennen. „Dornröschen? Was für ein abgespackter Name! Ich nenn dich einfach Donna!“ raunzt diese und zeigt ihr, wie man richtig schnorrt. Dabei rät sie zu einem neuen Outfit:„Deine Kleidung geht gar nicht“. Dazwischen tritt immer wieder ein Jäger (Moritz Hopp) auf, der mit breitem Grinsen auf Hauskatzen und Gassi- Hunde schießt. Das geschnorrte Geld der Punkerin reißt die narzisstische Königin aus Schneewittchen (Luca Wurst) jedenfalls an sich. In einer Modeboutique will sie sich ein neues Kleid kaufen. Für das Gewand reicht das Geld nicht. Kurzerhand erdrosselt sie die Verkäuferin (Pia Steiner) und klaut deren Handy. Statt in einem Spiegel bewundert sich die Königin nun selbst im Smartphone. Über acht Monate lang hatte die Realschullehrerin und Theaterpädagogin Anette Cleff das Stück mit der Theater-AG einstudiert. Einmal die Woche wurde geprobt. Auf der Zielgeraden kamen fünf lange Samstage und ein Intensivwochenende hinzu. Bei den Aufführungen letzte Woche waren die Akteure auf den Punkt vorbereitet. Mit Textsicherheit, Ausdruck und ihrem jugendlichen Charme zogen die elf- bis 13-jährigen Kids das Publikum mühelos in ihren Bann. Von Nervosität war nichts zu spüren. Die Mamas, Papas, Geschwister und Verwandten bogen sich vor Lachen. Bei der Premiere am Freitag zeigten sich auch Schulleiter Markus Felder, Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker und FWV-Gemeinderat Fritz Schlotter begeistert.

Was ist die pädagogische Botschaft? Das Stück lässt zwei unterschiedliche Welten aufeinanderprallen. Dadurch lernen die Kinder die Alltagsrealität aus anderer Perspektive kennen. Selbstverständliche Gewohnheiten werden kritisch hinterfragt. „Im Vordergrund stand dennoch der Spaß“, sagte Anette Cleff im Nachgang der Aufführungen. An beiden Abenden führte sie Regie. Um den Sound kümmerte sich Eva-Maria Lutz. Laut Cleff seien die Stücke in den letzten Jahren eher ernst gewesen. Diesmal habe man ein absurdes Stück gewählt. Im Vorfeld seien die Schauspielerinnen und Schauspieler im Fundus der Scheffelt-Schule gewesen und hätten ihre Bühnenkleidung selbst ausgesucht. „Sowas macht ihnen natürlich besonders viel Spaß“, sagte die Theater-Pädagogin.
Daniel Gorzalka, Emmendinger Tor

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