Pädagogisches Konzept der Ganztagesschule

Anspruch und Ziel

Die Ganztagesschule verfolgt das Ziel, die Schüler durch vielfältige Angebote und gute Lernbedingungen besonders zu fördern. Sie schafft klare Strukturen, in denen die Schüler besser lernen können! Dies gilt vor allem für den Regelunterricht, denn auch in der Ganztagesschule gehört guter Unterricht zum Kerngeschäft. Dort gilt es, den Erwerb von Basiskompetenzen zu fördern, Wissen schülerorientiert zu vermitteln und die Voraussetzung für die Ausbildungsfähigkeit zu schaffen. Durch die integrierte individuelle Lernzeit am Vormittag, die wir von Klasse fünf an sukzessive aufbauen, schaffen wir die Voraussetzungen für selbstständiges Lernen und Arbeiten in der Lernzeit am Nachmittag.
Im Unterricht, aber auch darüber hinaus, bieten wir den Schülern die Möglichkeit, sich vielseitig zu bilden und zu engagieren, um sich selbst zu verwirklichen. Auf diese Weise erfahren sie ihre Schule nicht nur als Lernort, sondern als Lebensraum. Insofern verstehen wir den Bildungsauftrag einer Ganztagesschule als erweitert - im Unterschied zu einer Halbtagsschule. In der besonderen Förderung und der lebensweltlichen Öffnung liegt in unserem Verständnis der Mehrwert dieser Schulform. Dazu zählt auch der Erwerb kultureller Kompetenz. Deshalb bieten wir unter anderem ein warmes Mittagessen in Gemeinschaft an.
Zum Ganztagesangebot zählen neben dem Regelunterricht viele Förderangebote für Schwächere, aber auch Leistungsstarke, die aktive Lernzeit nachmittags, die in unserem Verständnis mehr ist als Hausaufgabenbetreuung, zusätzliche Kurse, erweiterte Bildungsangebote im AG-Bereich, Projekte und Freizeitprogramme. In diesem umfassenden Rahmen werden die Schüler in ihrer Gesamtpersönlichkeit gefordert und gefördert.
Der Schwerpunkt liegt auf einem qualitativ hochwertigen Unterricht. Der AG-Bereich ergänzt den Unterricht, ist also mehr als Freizeitbetreuung. Wir wollen alle erreichen.
Kooperationspartner werden deshalb im Unterricht tätig sein und sie bereichern das AG-Angebot.
Die individuelle Förderung des Einzelnen ist uns dabei das wichtigste Anliegen, Differenzierung ein wichtiges Prinzip. Es geht um die Stärkung der Persönlichkeit jedes Kindes! Deshalb ist unser Ziel, den Unterricht durch Evaluation ständig zu verbessern, um die Umsetzung von Unterrichtsprinzipien wie Individualisierung nachhaltig zu optimieren. Außerdem verstehen wir die Förderung der Methoden- und Sozialkompetenz gemäß unserem Leitbild als ständigen Auftrag.

Im Einzelnen umfasst unser Konzept außer dem Regelunterricht folgende Angebotsbereiche

a) Verbindliche Angebote

  • In den Klassenstufen 5 und 6 von der Klassenlehrkraft gehaltene Stunden zum Lernen des Lernens (LdL),
  • Integration von Lernzeit in den Schultag durch gemäßigtes Doppelstundenprinzip und eigens ausgewiesener Stunde am Nachmittag
  • Integration einer individuellen Lernzeit in den Unterrichtsvormittag:sechs Stunden pro Woche, verteilt auf Dienstag, Mittwoch und Donnerstag.
  • Zusätzlicher Unterricht in Informationstechnologie zur Förderung der Medienkompetenz in den Klassen 5 u. 6
  • Integration von Sozialarbeit ins Curriculum („Gemeinsam sind wir K(k)lasse“; Suchtprävention)

b) Erweitertes Bildungsangebot und Projekte

  • LRS – Kurse
  • Förderung besonders befähigter Schülerinnen und Schüler (FöbbS)
  • Zusätzliche Angebote im Bereich des Fremdsprachenlernens
  • Arbeitsgemeinschaften im Bereich der musischen Bildung
  • Arbeitsgemeinschaften zur Förderung personaler und sozialer Kompetenzen, z.B. Streitschlichtung und Sanitätsdienst
  • Angebote zum Erwerb interkultureller Kompetenz im Zusammenhang mit dem Erasmus plus-Projekt der EU (früher Comenius) und den zahlreichen Schulpartnerschaften, dazu zählen Auslandsaufenthalte und Austauschaktivitäten mit ausländischen Partnerschulen
  • Kooperationspartner (Handballverein) im AG-Bereich
  • Integration von Jugendbegleitern (Mittagszeit und AGs)
  • Kooperation mit dem Kinder- und Jugendbüro Teningens (Sport und Spiel in der Mittagszeit)

c) Berufliche Bildung (ab Klasse acht)

  • Berufswahl-SIEGEL 2011-2014; Rezertifizierung 2014-2019
  • Betriebsbesichtigungen in Teninger Firmen
  • Berufsinformationstag mit Workshops
  • Wirtschaftspartner im Unterricht
  • Zusätzliche Angebote an Berufspraktika
  • Profil AC

Das Herz der GTS: Lernen vielfältig anregen, ermöglichen und fördern

Unsere Ganztageskonzeption basiert auf einer Analyse der Lebenswelt der Kinder, auf die sich das schulische Angebot - wie oben zusammengefasst - konkret bezieht.
Einerseits geht es uns um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Eltern benötigen ein verlässliches schulisches Angebot, auch wenn ihre Kinder bereits Jugendliche sind. In einer offenen GTS erhalten die Eltern die Wahlmöglichkeit.
Unser GTS-Konzept hat jedoch vor allem einen pädagogischen Hintergrund:Kinder und Jugendliche finden in einer Ganztagesschule Möglichkeiten und Angebote in einem angemessenen Zeitrahmen für eine kindgemäße Persönlichkeitsentwicklung. Hierbei spielt vielfältiges Lernen eine entscheidende Rolle.
Unser Ansatz ist deshalb, Lernzeit (über den Fachunterricht hinaus) in die Schule zu verlagern. Kinder und Jugendliche erledigen die Hausaufgaben immer weniger auf eine Weise, wie es die Bildungsstandards der Realschule erfordern. Das gilt auch dann, wenn Eltern nachmittags zu Hause sind, also völlig unabhängig von den häuslichen sozialen und ökonomischen Verhältnissen. Häufig bietet nur die Schule einen adäquaten Lernort und nur die Ganztageschule schützt vor übermäßigem Medienkonsum. Der Zusammenhang zwischen Medienkonsum und Lernleistung ist unbestritten, weil empirisch belegt.
Leider beklagen wir seit Jahren in den neunten Klassen die meisten Wiederholungen. Wäre die Hausaufgabenmoral eine andere, würden weniger Schüler sitzenbleiben. Daraus ergibt sich eine besondere pädagogische Aufgabenstellung: ein Zeitfenster für eine Lernzeit am Nachmittag zu schaffen. In einer Ganztagesschule besteht dadurch die realistische Chance, dass der Bildungserfolg weniger von der sozialen Herkunft abhängt!

Lernzeit (in der ersten Stunde am Nachmittag)

Statt sich ständig über nicht gemachte Hausaufgaben zu beklagen, integrieren wir sie zum Teil in das Ganztagsprogramm. Allerdings ist die Lernzeit mehr als Hausaufgabenbetreuung. Hier setzt sich fort, was vormittags eingeführt, eingeübt und zur Schulpraxis gehört wie der Unterricht: individuelles Lernen. Die Schüler werden beim Lernen und Arbeiten von Lehrkräften angeleitet, begleitet und gecoacht.
Das Ziel ist selbstständiges, eigenverantwortliches Arbeiten, wir setzen das Ziel aber nicht schon voraus, sondern leiten die Schüler zur Selbstständigkeit an. Das Konzept gehört eben nicht nur in den Rahmen GTS, sondern gehört zur Schule. Die Lernzeit ist somit ein Eckpfeiler unseres Gesamtkonzepts.
In der Lernzeit wird der Stoff (vorwiegend in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch) vielfältig geübt, angewendet und vertieft. Die Lernzeit wird vom Klassenlehrer bzw. von der Fachlehrkraft geplant und inhaltlich organisiert.

Einbindung der Eltern in die schulische Arbeit

Gute Schule lebt von der engen Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen Lehrkräften und Eltern, denn sie haben einen gemeinsamen Auftrag. Für die Ganztagesschule gilt in besonderer Weise, dass die Eltern Verantwortung für das Lernen ihrer Kinder mittragen! Der elterliche Auftrag und deren Verantwortung für das Lernen sollen durch die GTS keinesfalls verringert werden, im Gegenteil! Die Entwicklung der jungen Menschen steht dabei im Mittelpunkt des gemeinsamen Interesses. Rückmeldungen der Eltern über das Lernverhalten der Kinder sind der Schule wichtig.

Strukturierung und Rhythmisierung des Tageslaufs

(Erläuterung des Musterstundenplans für die Klasse 8, siehe Anlage)

Um dem Anspruch von Schule als Lern- und Lebensraum gerecht zu werden, ist eine pädagogische Gestaltung des Tagesablaufs mit festen Strukturen nötig, die Kindern und Jugendlichen Halt bieten. Nur darin können Kinder ihre eigene innere Rhythmisierung für den Lernprozess finden.
Der Unterrichtsvormittag wird entzerrt; er hat nicht mehr als fünf Stunden. Es gilt das (gemäßigte) Doppelstundenprinzip. Wir wollen den Schülerinnen und Schülern Zeit geben. Zeit zum Üben, zur Anwendung und zur Vertiefung. Und zwar sowohl im Unterricht als auch in der individuellen Lernzeit unter Anleitung der Lehrkraft. Dies dient der Entdichtung. Erleichtert werden dadurch auch Maßnahmen der Differenzierung. Phasen gemeinsamen Lernens und individuellen Lernens wechseln einander ab. Gefördert werden so Selbsttätigkeit und Eigenverantwortung.
Jeweils nach zwei Stunden gibt es eine Bewegungspause. So schaffen wir die Voraussetzungen für einen kindgerechten Arbeitsrhythmus mit Belastungs- und Entlastungsphasen.
Um 12.20 Uhr beginnt die einstündige Mittagspause mit Essen und betreuten Freizeitangeboten. Wir nehmen seit fünf Jahren am Jugendbegleiterprogramm des Landes teil.
Der Nachmittag beginnt mit einer einstündigen Lernzeit, danach findet- wenn möglich - Unterricht in praktischen und kreativen Fächern statt:Technik, MUM, Sport, BK, Musik.
Es gibt eine Ausnahme: Am Donnerstagnachmittag werden jahrgangsübergreifend spezielle Förderkurse (LRS) außerhalb des Regelunterrichts angeboten. Hier wird der Klassenverband aufgelöst.
Wer am Donnerstagnachmittag keinen Förderunterricht besucht, kann an einer AG teilnehmen:Kunst, Theater, Kreativ-Workshop, Big Band, Pop Chor, Handball (in Kooperation mit dem Verein). Teilnahmepflicht am GTS-Angebot für die angemeldeten Schüler besteht an drei Nachmittagen.

Essen in der Schulmensa

Der Mensa kommt im Lern- und Lebensraum Schule eine besondere Bedeutung zu. Sie ist deshalb nicht nur eine Essensausgabestelle, sondern ein Ort der Kommunikation. An fast jedem Tag nimmt ein Mitglied der Schulleitung zusammen mit den Schülerinnen und Schülern das Mittagessen ein. Es geht uns über gemeinsames gesundes Essen hinaus auch um die Vermittlung einer Esskultur. Mit dem Caterer finden regelmäßig Feedback-Gespräche statt. Gegessen wird in zwei Schichten, nach der fünften bzw. nach der sechsten Stunde. GTS–Schüler nehmen nach der fünften Stunde das Essen ein.

gez. Markus Felder, Rektor

Anlage zum Konzept

Beispielstundenplan Klasse 8 für 30 Wochenstunden lt. Bildungsplan 2016

Std. 

Zeit 

Mo

Di

Mi

Do

Fr

1.

8:00 Uhr 

1

8

15

20

25

2.

8:45 Uhr 

2

9

16

21

26

Pause (15 min)

3.

9:45 Uhr

3

10

17

22

27

4.

10:30 Uhr

4

11

18

23

28

Pause (20 min)

5.

11:35 Uhr

5

12

19

24

29

6.

12:20 Uhr

-

-

-

-

30

Mittagspause

7.

13:20

HAB/LZ

HAB/LZ

HAB/LZ

HAB/LZ/AG

    -   

8.

14:05 Uhr

6

13

IF

AG fakultativ

-

9.

14:50 Uhr

7

14

IF

AG fakultativ

-


Erklärungen:

HAB = Hausaufgabenbetreuung
LZ = Lernzeit (wie beschrieben)
IF = Individuelle Förderung (z.B. Profil AC oder Förderkurse)
AG = Arbeitsgemeinschaften von Lehrkräften bzw. Jugendbegleitern

Die Zahlen 1 bis 30 sind Regelunterrichtsstunden nach den Stundenzahlen des Bildungsplans 2016 für die Klasse 8.

 

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